Die Backbowls von Lake Louise

Da die Schneebedingungen in Lake Louise besser sind und mein Saisonpass dort auch gültig ist geht’s diese Woche nochmal vier Tage nach Lake Louise zum Skifahren. Der letzte Schneefall ist auch hier schon 2 Wochen her, deshalb hab ich auch meine Felle mitgenommen um noch ein paar Touren ins Gelände zu machen.

In Lake Louise angekommen hat man auch endlich wieder das Gefühl im Winter zu sein 🙂 Im Tal liegt etwa 1 m Schnee und am Berg 1,5 m und Temperaturen von -23 °C bis – 15 °C am Tag.

Die Vorderseite von Lake Louise ist mehr nach Süden orientiert und der Schnee wurde in den letzten Wochen schonmal aufgetaut und ist jetzt wieder ziemlich hart. Die nord- und nordostseitigen Hänge sind aber noch richtig gut.

Zum höchsten Punkt im Skigebiet kommt man mit einem Tellerlift. Von hier aus kann man alle nordseitigen Backbowls erreichen. Hier reiht sich eine steile Rinne an die Andere und das sind alles offiziell freigegebene Abfahrten. Einfach nur genial 😉

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Leider habe ich die Grippe bekommen und muss 2 Tage mit Fieber im Bett liegen. Mit den Skitouren wird’s also leider nix mehr … Schade, war aber trotzdem ein gelungener Ausflug zurück in den Winter 😉

Avalanche course, AST 1

Für alle Mitarbeiter bietet das Skiresort einen zweitägigen Lawinenkurs an, der von der Skipatrol durchgeführt wird. Da die Skibedingungen noch immer eher mäßig sind und mein letzter Lawinenkurs schon eine Zeit lang her ist entschließe ich mich dran teilzunehmen. Zudem interessiert mich ob es in den Rockies irgendwelche Besonderheiten im Vergleich zu den Alpen gibt, die man im Backcountry wissen sollte.

Der erste Tag findet nur drinnen statt. Es werden Filme von Lawinen gezeigt, Überlebende werden interviewt usw. Ist echt ziemlich interessant und die Lehrvideos sind auch auf einem hohen Niveau gemacht. Es wird auch die Homepage des kanadischen Lawinendienstes vorgestellt avalanche.ca Hier kann man nicht nur den Lagebericht abfragen sondern es gibt auch einige echt sinnvolle Tools zur Tourenplanung in verschiedenen Gebieten.

Am zweiten Tag geht’s dann endlich raus. Wir bleiben zwar innerhalb der Grenzen des Skiresorts, aber wir besprechen wie man hier am besten eine Skitour im gegebenen Gelände machen würde und auch wie man erkennen kann welche Stellen besonders Lawinengefährlich sind welche Bereiche relativ sicher sind um bspw. ein Nachtlager einzurichten.

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Am Nachmittag geht’s dann erstmal zum Schaufeln. Insgesamt müssen wir 1,80 m tief graben um das Schneeprofil ordentlich analysieren zu können und schwache bzw. gefährliche Schichten ausfindig zu machen.

Zum Schluss des Kurses geht’s dann natürlich noch um die Verschüttetensuche. D.h. suchen, sondieren und wieder schaufeln.

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War auf jeden Fall eine echt super Sache dieser Lawinenkurs und ich hab auch einiges neues dazulernen können. Vor allem sind Ausbilder auch sehr viel selber in den Bergen unterwegs und man hat gemerkt, dass sie echt Ahnung haben von dem was sie erzählen.

Da hilft nur noch schaufeln

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Strahlender Sonnenschein und Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt. Klingt ja eigentlich nach einem idealen Skitag in den Rockie Mountains. Doch die warmen Temperaturen der letzten Tage und der Regen von letzter Woche haben die Pisten total durchnässt. Die niedrigen Temperaturen von letzter Nacht haben die Pisten in Eis verwandelt. Nur an Stellen wo die Sonne hin scheint firnt der Schnee etwas auf und man kann gut Skifahren. Der Rest bleibt aber bockhart. Die meisten Hänge von Fernie sind den ganzen Tag im Schatten deshalb sind die „fahrbaren“ Pisten gerade stark eingeschränkt.

Im unteren Bereich des Skigebiets schaut’s schön langsam nach Saisonende aus. Ein paar Pisten sind fast schon komplett grün.

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Um die Abfahrt ins Tal zu erhalten müssen die Snowpatroler sogar schon Schnee vom Berg runterbringen und auf die Pisten schaufeln.

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Der Wetterbericht verspricht etwas Schnee ab nächster Woche und am letzten Februarwochenende. Mal sehen was draus wird. Ich hab ja meine Hoffnungen noch nicht ganz aufgegeben. Die Locals meinten dass der März in den vergangenen Jahren immer ein schneereicher Monat war.

Irgendwann muss der Schnee halt einfach kommen, oder!?!

 

Frühjahrsskifahren in Fernie

IMAG0173Mit einem wunderschönen Regenbogen hat sich das Wetter der letzten Tage verabschiedet. Es hat jetzt 5 Tage geregnet. Die Schneefallgrenze lag zwischen 1.600 und teilweise bei 2.000 m. Im oberen Bereich des Bergs hat’s einiges an Neuschnee gegeben. Unten hat’s die Pisten ziemlich mitgenommen und einige Abfahrten wurden sogar geschlossen.

Heute war ich mit Paul Adam am Berg. Nachdem es gestern wirklich mehr als bescheiden war zum Skifahren und wir nach 3 Abfahrten wieder nachhause gefahren sind war es heute richtig gut. Ja natürlich, es war kein Powdertag aber Skifahren im Sulz mit den fetten Latten macht auch doch auch Spaß. „Take what you get“

Für die nächsten Tage soll es weiterhin warm bleiben. Schnee ist noch nicht in Sicht … Einige Leute haben Fernie schon verlassen. Aber wohin? Das El Nino Jahr sorgt in gesamt British Columbia für warme Temperaturen und Regen anstatt Schnee.

Japan hätte einen guten Winter … 🙂

Seit drei Tagen Daurregen!!!

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Da habe ich mich wohl zu früh gefreut. Die Wettervorhersagen für dieses Wochenende haben eigentlich gar nicht so schlecht ausgeschaut. Es hieß die höchsten Niederschläge des Jahres kommen. Leider hat dieser „Pineapple Express“ aus dem Südwesten auch milde Temperaturen mitgebracht. Statt drei Tage mit riesigen Neuschneemengen haben wir Regen bekommen. Seit Donnerstagmorgen regnet es ununterbrochen. Die Schneefallgrenze liegt zwischen 1700 – 2000 m. Der höchste Punkt im Skigebiet ist auf 2.100 m. Gestern war fast das gesamte Gebiet wegen Lawinengefahr gesperrt. Die Pisten im unteren Bereich des Skigebiets verwandeln sich teilweise in Bäche! Fragt man die Einheimischen sprechen sie vom schlechtesten Winter den sie jemals in Fernie erlebt haben. Das ist natürlich enttäuschend für mich. Ich bin doch nur diesen Winter hier.

Für die nächsten Tage sinken die Temperaturen wieder aber es sind keine größeren Niederschläge in Aussicht. Wenn die Temperaturen ohne weitere Niederschläge fallen, wird sich das Skigebiet in eine Eisbahn verwandeln. Juhu!! So habe ich mir den „Legendary Fernie Powder“ nicht vorgestellt.